DER BAU.fakten
Seit 15 Jahren ist ein gemeinsamer Campus für die Hochschule „Ernst Busch“ in Planung, der nun, kurz vor Baubeginn, von der SPD gekippt werden soll. Als Grund werden Mehrkosten angegeben, die 1,8 Millionen über den genehmigten Baukosten liegen. Dies scheint in Anbetracht der 5 Millionen Euro, die bereits vom Land Berlin investiert worden sind (u.a. 500.000 Euro für das Grundstück in der Chausseestraße), eine Farce zu sein. Die Hochschule hat bereits Abstriche und Kompromisse in Höhe von 4,7 Millionen gemacht und auf Räume und Ausstattung verzichtet. Ein Flügel der SPD schlägt vor, statt des Neubaus lieber die einzelnen Standorte zu sanieren (das BAT-Studiotheater und Schöneweide) und somit einen Betrag einzusparen, welcher für die Verbesserung der Berliner Grundschulen genutzt werden soll. Dieser Vorschlag ist sowohl unkonkret wie unverschämt. Er ist eine kurzfristig gedachte Sparmaßnahme, die letztendlich erhebliche Mehrkosten verursachen würde. Eine Sanierung von Schöneweide ist bei laufendem Schulbetrieb nicht möglich. Ein solcher Neubau wäre im angegebenen Rahmen von 10 Millionen Euro niemals finanzierbar. Die Schule müsste in einem solchen Fall in zunächst als Provisorium gedachte Container ausweichen und womöglich dort für längere Zeit bleiben. Letztendlich könnte das gar das Aus der Schauspielabteilung oder die Zusammenlegeung mit einer größeren Kunsthochschule bedeuten. Einen innerhalb verschiedener Bildungseinrichtungen initiierten Kulturkampf können wir nicht akzeptieren, genauso wenig wie die Tatsache, zu einem Spielball eines innerparteilichen Ränkespiels der SPD zu werden. Wir, als Studentenschaft, dürfen dies nicht zulassen und fordern deshalb den Senat des Landes Berlin auf, den Stop des Neubaus zu überdenken. Wir müssen uns dafür einsetzen, dass das für die Stadt historisch wie kulturell so bedeutende Theater nicht der Willkür der Politik ausgesetzt bleibt. Wir brauchen ein Statement.
DER BAU.vision
Wir begreifen das Theater als politischen Raum. Die Realität des Theaters steht stellvertretend für die Realität in unserer Gesellschaft. Das Theater ist eine Teamdisziplin, die nur durch kollektive Strukturen funktionieren kann. Die Studiengänge im Bereich Theater sind in ihrem Wesen aufeinander angewiesen, die räumliche Trennung behindert seit Jahren die Zusammenarbeit zwischen den Fakultäten. Bisherige Schulstrukturen bedingen ein Einzelkämpfertum in jeglichen Bereichen, anstatt einen gemeinsamen Gedanken zu befördern. Vereinzelung statt Zusammenarbeit kann nicht zu fruchtbarer künstlerischer Arbeit führen.