Abschaffung der Zwangsmitgliedschaft bzw. Kürzung oder Verwirkung der Zwangsbeiträge bei der Österreichischen Wirtschaftskammer

Sign Now
petition image

P E T I T I O N

 

 

AN DEN

ÖSTERREICHISCHEN NATIONALRAT

WEGEN DER ZWANGSMITGLIEDSCHAFT IN DER ÖSTERREICHISCHEN

 WIRTSCHAFTSKAMMER

UND

WEGEN DER UNMÖGLICHKEIT DER KÜRZUNG ODER VERWIRKUNG VON ZWANGSBEITRÄGEN WEGEN SCHLECHTERFÜLLUNG BZW MANGELNDER INTERESSENVERTRETUNG

 

Die beiden Petenten, nämlich Herr Eduard Engel, geboren am 13.10.1936, und Herr Erich Engel, geboren am 27.04.162, beide Mitterweg 10 in A-6175 Kematen betreiben das Kleinunternehmen Engel KG Transporte-Erdbau, welche im Firmenbuch unter der FN 136925k protokolliert ist. Die Petenten wenden sich gegen die gesetzliche Zwangsmitgliedschaft in der Österreichischen (Tiroler) Wirtschaftskammer. Eine der österreichischen Wirtschaftskammer vergleichbare Organisation ist den meisten EU-Mitgliedstaaten fremd. Nur 7 weitere Mitgliedstaaten kennen eine Pflichtmitgliedschaft in Wirtschaftskammern, allerdings mit teilweiser erheblich abweichender Aufgabenstellung. Nach Ansicht der Petenten verstößt die Zwangsmitgliedschaft gegen die

Koalitionsfreiheit im Sinne des Art 11 Abs 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK). Soweit die Koalitionsfreiheit Berufsvereinigungen betrifft, so impliziert eine solche Freiheit jeglichen Ausschluss von Pflichtmitgliedschaften, andernfalls sich der Rechtsunterworfene seines Wahlrechtes nicht frei entfalten kann. Die  Organisation bzw der Zusammenschluss von Berufsvereinigungen und Unternehmern kann nach Ansicht der Petenten im 21. Jahrhundert durchwegs auch in Form privatrechtlicher und freiwilliger Struktur (ähnlich der Gewerkschaften) bewerkstelligt werden. Gerade die mehrfach publizierte Kritik an der Sozialpartnerschaft trübt nach Ansicht der Petenten die ansonst von der EMRK postulierte Koalitionsfreiheit, die ausschließlich auf Freiwilligkeit und Mündigkeit des rechtsunterworfenen Bürgers basiert.

Nach Art 26 Abs 1 AEU ist es Zielsetzung des Binnenmarktes, eine in hohem Maße wettbewerbsfähige soziale Marktwirtschaft zu verwirklichen und dabei alle marktrelevanten Schranken zu beseitigen. Um dieser Zielsetzung gerecht zu werden, entspricht es auch, den Anwendungsbereich der Niederlassungsfreiheit auf Sachverhalte auszudehnen, die keinen grenzüberschreitenden Bezug aufweisen, weil auch reine Inhaltssachverhalte die Niederlassungsfreiheit beschränken können.

Ein freier, die Binnengrenzen überwindender Wettbewerb kann sich erst dann entfalten, wenn den Marktbürgern eine Entscheidung über den Ort der Ausübung ihrer selbständigen Erwerbstätigkeit allein unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten ermöglicht wird (vgl Yvonne Dorf, Kammerzwang im Binnenmarkt, Publicus - Europarecht/Internationales - Kammerzwang - 2010.2) Die Petenten empfinden ihre Kammerpflichtmitgliedschaft als Behinderung ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit. Hinzu kommt, dass nach der Richtlinie 2006/123/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 12. Dezember 2006 über Dienstleistungen im Binnenmarkt (kurz: Dienstleistungsrichtlinie) von einem Unternehmen aus dem EU-Ausland, welches in Österreich tätig ist, keine Pflichtmitgliedschaft in der Wirtschaftskammer verlangt werden kann (Art 14 der Dienstleistungsrichtlinie). Insoweit fühlen sich die Petenten als heimische Unternehmer gegenüber in Österreich aktive Unternehmer aus dem EU-Ausland benachteiligt.

Allein der Umstand, dass die Besetzung der satzungsgebenden Organe der Wirtschaftskammer nicht mittels einer Wahl kreiert werden, verstößt nach Ansicht der Petenten gegen das Demokratieprinzip des Art 2 EU. Selbst dann, wenn von einer Mehrheit der Bevölkerung die Zwangsmitgliedschaft des mündigen Unternehmers willkommen geheißen wird, so fordern die Petenten zumindest eine Handhabe gegen zu Unrecht eingehobene Zwangsgebühren, wenn diesen Beiträgen nur schlechte bis mindere Leistungen durch die Interessenvertreter oder überhaupt keine wahrgenommene Interessenvertretung gegenüberstehen. Die Petenten weigern sich beispielsweise gegen die Art der Einbringung dieser Zwangsgebühren durch Rückstandsausweis. Dieses österreichische Vollstreckungsmittel sieht kein vorangehendes Verfahren im Sinne des Art 6 EMRK vor, im Wege der Exekution kann ein solcher Exekutionstitel nur schwer bis gar nicht bekämpft werden. Vor allem dann, wenn es darum geht, den Beitrag deswegen nicht zahlen zu wollen, weil in der Interesswahrnehmung des einzelnen Betroffenen durch die Wirtschaftskammer erhebliche Defizite festgestellt wurden. Nach Ansicht der Petenten gehört es zu einem funktionierenden Rechtsstaat und zu den fundamentalen Rechten eines jeden einzelnen Rechtsunterworfenen, wirksame Rechtsmittel gegen mangelnde Interessenwahrnehmung einer Kammer in die Hand zu bekommen, um damit zumindest auf eine Kürzung oder Verwirkung des entsprechenden Beitrages im Beitragsjahr abzielen zu können.

 

Das Leitbild der Wirtschaftskammer Österreich wird auf deren betriebenen homepage unter http://portal.wko.at/wk/wirueberuns.wk?ftyp=4 nämlich wie folgt definiert:

           „Wir vertreten die Interessen der österreichischen Unternehmen

Die Wirtschaftskammern Österreichs vertreten mehr als 400.000 Mitgliedsbetriebe. Als starke Stimme der Unternehmen setzen wir uns für eine zukunftsorientierte und wirtschaftsfreundliche Politik ein, z.B. für Steuerentlastung, Bürokratie-Abbau, Förderungen.
 

            Wir fördern durch vielfältige Serviceleistungen die Wirtschaft

Die Wirtschaftskammern sind moderne Dienstleister und bieten schnelle und kompetente Beratung, vom Arbeitsrecht bis zur Zollauskunft.
 

            Wir unterstützen mit unserem Know-how österreichische Unternehmen

Mit unseren Bildungseinrichtungen – WIFI, Fachhochschulen - tragen wir dazu bei, die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft zu stärken.“
 

In Tirol wird dieses Leitbild beispielsweise unter unter http://portal.wko.at/wk/kontakt_dst.wk?DstId=684 so definiert:

 

„Das oberste Ziel der Wirtschaftskammer Tirol lautet, alles zu unternehmen, um Ihren unternehmerischen Erfolg möglichst wirkungsvoll zu unterstützen! Aus diesem Grund bietet wir Ihnen umfassende Serviceleistungen.“

 

Was aber, wenn dieses Postulat und erklärte Leitbild bzw die von der Wirtschaftskammer verbindlich erklärte Aufgabenwahrnehmung nicht erfüllt wird?

Die Petenten fordern an dieser Stelle einen wirksamen Rechtsbehelf gegen Unzulänglichkeiten bzw Nichterfüllung der Aufgabenwahrnehmung durch die Wirtschaftskammer.

Mit meiner Unterschrift

Sign The Petition
OR

If you already have an account please sign in, otherwise register an account for free then sign the petition filling the fields below.
Email and password will be your account data, you will be able to sign other petitions after logging in.

Privacy in the search engines? You can use a nickname:

Attention, the email address you supply must be valid in order to validate the signature, otherwise it will be deleted.

I confirm registration and I agree to Usage and Limitations of Services
I confirm that I have read the Privacy Policy
I agree to the Personal Data Processing
Shoutbox
Sign The Petition
OR

If you already have an account please sign in

I confirm registration and I agree to Usage and Limitations of Services
I confirm that I have read the Privacy Policy
I agree to the Personal Data Processing
Goal
28 signatures
Goal: 10,000
Latest Signatures
28 April 2018
28. Peter Sabaini | Ich unterschreibe diese Petition
10 February 2018
27. Christian Frener | Ich unterschreibe diese Petition
15 May 2017
26. Werner Kraus | Ich unterschreibe diese Petition
1 April 2016
25. Rüdiger Moser | Ich unterschreibe diese Petition
25 March 2016
24. Sebastian Atzlinger | Ich unterschreibe diese Petition
24 March 2016
23. Johann Selinger | Ich unterschreibe diese Petition
24 October 2015
22. Hannes Hauser | Ich unterschreibe diese Petition
13 August 2014
21. Florian Resch | Ich unterschreibe diese Petition
28 July 2014
20. stefan hofer | Ich unterschreibe diese Petition
8 May 2014
19. Bettina Dinopoulos-Rauch | Ich unterschreibe diese Petition
7 May 2014
18. Tom Schneider | Ich unterschreibe diese Petition
16 December 2013
17. Othmar Lechner | Ich unterschreibe diese Petition
10 December 2013
16. andrea konrad | Ich unterschreibe diese Petition
3 April 2013
15. Christian Prinz | Ich unterschreibe diese Petition
18 March 2013
14. Florian Stichlberger | Ich unterschreibe diese Petition
18 March 2013
13. Patrick Arnold | Ich unterschreibe diese Petition
25 February 2013
12. Ferdinand Bauer | Ich unterschreibe diese Petition
5 February 2013
11. Nick Kückmeier | Ich unterschreibe diese Petition
25 January 2013
10. Manfred Szlavich | Ich unterschreibe diese Petition
23 January 2013
9. Ambros Gschwandtl | Ich unterschreibe diese Petition
19 January 2013
8. Walter Michael Balaun | Ich unterschreibe diese Petition
13 January 2013
7. Dominik Lutz | Ich unterschreibe diese Petition
12 January 2013
6. Robert Schwarzbauer | Ich unterschreibe diese Petition
11 January 2013
5. Paul Georg Alvin | Gegen Zwang - für individuelles & unternehmerisches Denken.
11 January 2013
4. Gerhard Csitkovits | Ich unterschreibe diese Petition
browse all the signatures »
Information
In: -
Petition target:
Österreichischer Nationalrat
Tags
No tags
Embed Codes
direct link
link for html
link for forum without title
link for forum with title
728×90
468×60
336×280
125×125