Manifest 24 Oktober (Polioday) An alle Gesundheitsbehörden und -einrichtungen weltweit

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An alle Menschen weltweit, die eine Kinderlähmung durchgemacht haben. Wie Sie wissen wurde im Oktober 1985 auf Initiative von Rotary International in Zusammenarbeit mit der WHO (Weltgesundheitsorganisation) und den Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag der UN (Vereinte Nationen) der Weltpoliotag eingeführt. Am selben Datum 2011 wird zum 26. Mal in Folge der weltweit stattgefundenen Aktivitäten zur Ausrottung der Kinderlähmung des abgelaufenen Jahres gedacht. Und obwohl eine positive Bilanz vorgelegt werden konnte, wurden die angestrebten Ziele nicht erreicht, da die Polio in einigen Ländern epidemisch noch vorhanden ist und es Fälle von importierter Polio gab. Wir wissen auch, dass Regierungen und Gesundheitsorganisationen große Anstrengungen unternommen und großzügig finanzielle Mittel bereit gestellt haben, um diese schreckliche Krankheit auszurotten. Doch wie auch schon in der Vergangenheit, sind die Bedingungen für die Ausrottung der Kinderlähmung ständigen Veränderungen unterworfen, andererseits bleiben die finanziellen, politischen, religiösen, geografischen und kulturellen Haupthindernisse dieselben. So wird dieses Ziel wohl noch für viele Jahre ein Traum bleiben: die Feierlichkeiten anlässlich der Ausrottung der Kinderlähmung! Es wurde viel getan, aber es bleibt noch viel zu tun. Immer noch liegt die Rate von neuen Kinderlähmungsfällen weltweit bei 1000 pro Jahr, viel zu viele Fälle für die Medizin des 21. Jahrhunderts! Wir hoffen, dass dieses Übel möglichst bald für immer verschwindet! Solange der Kreislauf von Poliowildviren überall in der Welt noch existent ist, ist die Gefahr einer Reinfektion in den z.Zt. Virus-freien Zonen latent vorhanden und somit das erneute Auftreten von Epidemien in den Ländern, die darauf vertrauen, dass sich die Bevölkerung in Gebieten befindet, die für vom Poliowildvirus frei erklärt und in denen das Virus ausgerottet wurde, nicht gebannt. Die Menschen in diesen Gebieten fühlen sich zu sicher, so dass sogar die Gefahr von Epidemien überall in der Welt besteht. Es gibt also wenig zu feiern! Wenn wir in diese Jahr den Weltpoliotag begehen, stehen sie wieder völlig abseits: die Überlebenden der großen Epidemien des letzten Jahrhunderts: Diejenigen, die fünfzig Jahre oder länger durchs Leben gegangen sind und mit den Nachwirkungen des Virus zurechtkommen mussten! Ignoriert von Ärzten und der Medizin, ist die Krankheit nur scheinbar verschwunden. Denn sie wurde von den Ärzten nur vergessen oder gar nicht studiert, weil sie in den medizinischen Fachbüchern nicht vorkommt, und wenn doch, dann nur auf eine sehr merkwürde Art und Weise. Diejenigen, die mehrere korrigierende Operationen hinter sich haben (viele davon experimentell, einschließlich Amputationen von Gliedmaßen) und heute vielfach unter erzwungener Isolation leiden. Diejenigen, die schwere Prothesen tragen, und sich nicht selten schäbige Blicke gefallen lassen müssen und sich dadurch verletzt fühlen. Diejenigen, die für Wochen oder Monate künstlich beatmet wurden, viele Betroffene, die auf Krücken, Gehstöcke oder Rollstühle angewiesen sind, diejenigen, die nie aus dem Bett heraus gekommen sind wegen der Schwere der Kinderlähmungsfolgen. Und diejenigen, die durch das Virus getötet wurden. Aus diesen und anderen Gründen erklären wir Polioüberlebende folgendes: Wir protestieren vehement gegen das Vergessen, dem wir unterworfen sind. Wir, das sind etwa 20 Millionen Menschen weltweit. Menschen, die eine Kinderlähmung haben, sind nicht nach einer gewissen Zeit von deren Beschwerden befreit, wie man gerne sagt. Man weiß offensichtlich nicht, was die Krankheit für uns Betroffene bedeutet und welche Beschwerden sie uns verursacht. Im Laufe der Jahre beginnt eine meist langsame und allmähliche Verschlechterung unseres Gesundheitszustandes und somit eine zunehmend massive Beeinträchtigung unserer Lebensqualität. Die WHO hat die Erkrankung bereits im Jahr 2010 als Post-Polio-Syndrom klassifiziert und in den ICD-10-Staaten mit dem Code G14 deklariert. Wir fordern die Erzwingung der Einhaltung dieser Klassifizierung in den Mitgliedsstaaten. Mehrere Studien von medizinischen Einrichtungen und renommierten Universitäten belegen zweifelsfrei die Existenz des Post-Polo-Syndroms, was in neueren Studien und in renommierten Fachzeitschriften und anderer Literatur, die für alle zur Einsichtnahme zur Verfügung steht, nachgelesen werden kann. Dass man sich trotz dieser eindeutigen Nachweise in den meisten lateinamerikanischen Ländern und anderen europäischen Ländern immer noch weigert, diesem pathologischen Zustand anzuerkennen, so dass Patienten, die teilweise lange Wege in Kauf nehmen, darunter leiden müssen und ohne Antwort auf ihre Beschwerden und konkrete Diagnose die Spitäler und Kliniken wieder verlassen müssen, ist ein Skandal. Oder wenn sie festgestellt wird, dass man ihnen die notwendige Pflege und Therapien verweigert, oftmals mit dem Hinweis, die Diagnose sei ein Produkt ihrer Fantasie. Wir wissen, dass wir trotz unseres Willens und unseres Wissens über unsere Erkrankung nur wenige Möglichkeiten haben, uns selbst zu helfen. Andererseits wissen wir aber auch, dass es viele Möglichkeiten gibt, die fortschreitende Verschlechterung unseres Gesundheitszustandes zu verhindern oder zumindest hinaus zu zögern. Und ob Sie es nun glauben wollen oder nicht: Wir sind noch da! Wir, die wir vom Post-Polio-Syndrom und anderen Poliobeschwerden betroffen sind! Deshalb fordern wir mit Nachdruck: Die sofortige und uneingeschränkte Anwendung des Code G14 in allen WHO-Mitgliedsländern in Übereinstimmung mit der Allgemeinen Charta der Menschenrechte. Die unmittelbare Durchführung von Trainingsmaßnahmen und Schulungen für alle Ärzte und sonstiges medizinischen Fachpersonal sowie die Diagnostizierung und Behandlung der Poliospätfolgen, vor allem in den Ländern, in denen dies immer noch verweigert wird. Die Einrichtung multidisziplinärer Kliniken zur Behandlung von gesundheitlichen Problemen von Menschen mit Kinderlähmungsfolgen, und zwar so schnell wie irgendwie möglich. Die Übernahme umfassender und ethischer Verantwortung durch die in den einzelnen Ländern zuständigen Stellen für den tatsächlichen und aktuellen Behinderten-Status und Perspektiven für eine angemessene Beschäftigungspolitik für Menschen mit Poliospätfolgen. Die uneingeschränkte Achtung der Gesetze sowie lokalen, nationalen und internationalen Schutz für Menschen mit dieser Behinderung. Unser Angebot als Polioüberlebende: Unterstützung und aktive Beteiligung an allen Aktionen von Behörden, die darauf abzielen, die Ausrottung der Kinderlähmung von unserem Planeten möglichst schnell zu bewerkstelligen. Zusammenarbeit mit und Beteiligung an allen seriösen Studien, die eine bessere medizinische Behandlung/Betreuung und/oder physikalische Therapie gewährleisten oder zu einer Stabilisierung unserer Lebensqualität beitragen. Wir bedanken uns für Ihre Aufmerksamkeit und hoffen auf möglichst zahlreiche Reaktionen!
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