Petition international tätiger österreichischer Sozial- und GeisteswissenschaftlerInnen und ihrer KollegInnen betreffend die Abschaffung eines eigenständigen Wissenschaftsministeriums
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Wir wollen unserer Befürchtung Ausdruck verleihen, dass die Zusammenlegung des Wissenschafts- mit dem Wirtschaftsministeriums zu einer Entwertung von Wissenschaft und wissenschaftlicher Arbeit führen wird. Dieser Schritt bedroht den Stellenwert der Grundlagenforschung und schwächt die internationale Positionierung der österreichischen Wissenschaft.
Regelmäßig wird nach größerer Wettbewerbsfähigkeit des Wissenschaftsstandorts Österreich gerufen; eine Unterordnung der Wissenschaft unter kurzfristige wirtschaftliche Interessen bewirkt jedoch das Gegenteil. Wir sehen darin den vorläufigen Endpunkt eines Trends, der nicht unmittelbar verwertbare Forschung beschneidet. So sind etwa in den letzten Jahren immer wieder Förderungen für internationale Forschungs- und Austauschprogramme (vor allem mit Drittstaaten) eingespart worden. Zudem wird es ausländischen WissenschaftlerInnen durch bürokratischen Hürden schwer gemacht, in Österreich Fuß zu fassen. Im Ausland ausgebildete ÖsterreicherInnen wiederum finden oft Barrieren vor, die ihre Wiedereingliederung in den heimischen akademischen Betrieb erschweren.
Gerade in Zeiten der Krise sind Einsparungen an der Tagesordnung; weil Wissenschaft oft keinen direkten Profit abwirft, ist sie ein beliebtes Ziel. Das kann aber weitreichende Folgen haben: Wissenschaft ist eine wichtige Kraft in jeder Demokratie. Nur die Unabhängigkeit der WissenschaftlerInnen ermöglicht das Hinterfragen gängiger politischer und wirtschaftlicher Annahmen. Heimische ForscherInnen können im internationalen Wissenschaftsdiskurs wichtige Denkanstöße für die Lösung globaler und nationaler Probleme finden und tragen damit auch zur demokratischen Meinungsvielfalt in Österreich bei.
Um den internationalen Ruf der österreichischen Wissenschaft zu wahren, muss die Eigenständigkeit der WissenschaftlerInnen unantastbar bleiben. Um sich international zu behaupten und den Stand der österreichischen Forschung angemessen zu vertreten, sind WissenschaftlerInnen auf eine transparente und unabhängige Förderungsstruktur und relevante Volumen von Fördermitteln angewiesen. Falls diese nicht vorliegen, wird dies zu einer dauerhaften Abwanderung von Talenten ins Ausland führen.
Deshalb fordern wir den Ausbau von Programmen, die internationale Vernetzung ermöglichen, sowie die Beseitigung bürokratischer Hürden für internationale WissenschaftlerInnen. Es ist unwahrscheinlich, dass solche Anliegen von WirtschaftsministerInnen durchgesetzt werden, die in ihrer Funktion gerade den kurzfristigen wirschaftlichen Nutzen im Auge behalten müssen. Die Zusammenlegung des Wissenschafts- und Wirtschaftsministeriums führt in jedem Fall dazu, dass die politische Gewichtung des Wissenschaftsressorts vom guten Willen der jeweiligen AmsträgerInnen abhängig ist. Nur ein strukturell eigenständiges Wissenschaftsministerium garantiert, dass die Qualität der Wissenschaft, und nicht wirtschaftliche Gesichtspunkte, bei der Ausgestaltung internationaler Programme im Vordergrund steht.
Die heimische Wissenschaft braucht eine starke Vertretung auf Ministeriumsebene, die klar und ausschließlich wissenschaftlichen Interessen dient und in allen politischen Belangen eine Perspektive einnimmt, die allein der Wissenschaft verschrieben ist.
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