Kurzfassung
Wir, die Unterzeichnenden dieser Petition, fordern die Verschiebung des Schulbeginns auf 8:30 Uhr. Der heute übliche Schulbeginn um 7:40 Uhr steht im Widerspruch zum Biorhythmus der meisten Jugendlichen. Ein späterer Schulbeginn könnte die Konzentrationsfähigkeit der Schü-lerinnen und Schüler erhöhen und somit zu einer verbesserten Unterrichtsqualität beitragen.
Um die Auswirkungen auf das Berufsleben der Eltern zu minimieren, fordern wir diese Verän-derungen in einem ersten Schritt für die Sekundarstufen I und II, das heisst für die Zeit nach der Primarschule.
Durch die gegenwärtige Schulreform scheint uns der Zeitpunkt für die Realisierung dieser, in anderen Ländern bereits gängigen Praxis mehr als gelegen
Beweggründe
Der in Basel heute übliche Schulanfang um 7:40 Uhr steht in Widerspruch zum natürli-chen Schlafrhythmus der meisten Jugendli-chen, der sich in der Pubertät zwischenzeit-lich nach hinten verschiebt. Die Folge ist eine übermüdete Schülerschaft, die nicht in der Lage ist, ihr volles Leistungsvermögen auszuschöpfen. Hier geht ein grosses Poten-tial verloren. Die verminderte Aufnahmefä-higkeit der Schülerinnen und Schüler schränkt einerseits die Gestaltungsmög-lichkeiten des Unterrichts ein, anderseits können die Schülerinnen und Schüler von diesem weniger profitieren als in ausge-schlafenem Zustand. Auch die Freude und das Interesse am Lernstoff und an der Schu-le nehmen bei einem Schlafdefizit ab, zumal jenes den ganzen Tag spürbar ist.
Die hier genannten Fakten stützen sich nicht nur auf die von uns erlebte Realität, auch wissenschaftliche Studien, unterstrei-chen diese Erkentnisse. Ein im Grossen Rat vorgebrachter Anzug „für einen kinder- und jugendgerechten Schulstart“ ist derzeit im Regierungsrat in Bearbeitung. Wir wollen unser Anliegen jedoch unabhängig von des-sen Ergebnissen weiter vorantreiben.
Forderung
In vielen Ländern ist ein späterer Schulstart längst Realität und auch in der Schweiz be-ginnt nicht jede Schule um 7:40 Uhr. Wir fordern, die Einführung des späteren Schul-beginns auch in Basel für die Schulen der Sekundarstufen I und II. Konkret setzen wir uns für einen Schulbeginn um 8:30 Uhr ein. Wir sind davon überzeugt, dass so das Leis-tungsniveau der Schülerinnen und Schüler gesteigert werden kann, ohne dabei grösse-re zeitliche Defizite in der Freizeit zu verur-sachen.
Folgen
Natürlich müssen die am Morgen nicht stattfindenden Lektionen zu einer anderen Zeit unterrichtet werden. Eine mögliche und sinnvolle Ausweichoption ist sicherlich die Reduzierung der Zwischenstunden, was auch eine Optimierung bedeutete, sowie vermehrter Unterricht am Nachmittag. Die Zeit ausserhalb der Schule wäre mit diesem Modell weniger von Müdigkeit beeinträch-tigt, in der Folge könnten Hausaufgaben, Vor- und Nachbereitung effektiver bewäl-tigt werden.
Zielgruppe
In einer ersten Phase beschränken wir uns mit unserer Forderung auf die Sekundarstu-fen I und II, das heisst auf die Zeit nach der Primarschule. Denn hier scheint uns das Problem am eklatantesten zu sein, da sich mit der Pubertät der Schlafrhythmus gegen hinten verschiebt, der Schulanfang jedoch noch früher angesetzt ist. Dies ist auch das Alter, in welchem die Heranwachsenden mehr und mehr Selbständigkeit entwickeln und sie somit am Morgen auch nicht mehr zwingend auf die Eltern angewiesen sind. Die Eltern wiederum könnten ihrem Berufs-leben wie gehabt nachgehen.
Zeitpunkt der Petition
Mit der gegenwärtigen Schulreform (Har-mos) steht unser gesamtes Schulsystem auf dem Prüfstand. Viele Veränderungen sind bereits beschlossen worden oder gar umge-setzt. Auch die vorgesehenen baulichen Massnahmen eröffnen Möglichkeiten, neue Raumkonzepte zu denken. In einer solchen Zeit der Veränderung sehen wir die Chance, das seit langem bestehende Anliegen des späteren Schulanfangs noch einmal zu lan-cieren.