Mдnnergesundheit

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Petition

Mдnnergesundheit


Zusammenfassung:

Wir fordern:

Gleiche Einstiegsaltersgrenzen fьr Frauen und Mдnner in die gesetzliche Hautkrebsfrьherkennung.

Ergдnzung der Frauengesundheitsberichte durch Mдnnergesundheitsberichte.

Ergдnzung der Frauengesundheitsdatenbank durch eine Mдnnergesundheitsdatenbank in der Bundeszentrale fьr gesundheitliche Aufklдrung.

Die Bekдmpfung von Prostatakrebs soll ein offizielles Gesundheitsziel der Bundesregierung werden.

Anpassung der gesetzlichen Prostatakrebsfrьherkennung an den Stand der Medizin durch Erweiterung um eine PSA-Wert-Bestimmung, einer transrektalen Ultraschalluntersuchung und einer Urinuntersuchung neben der herkцmmlichen Tastuntersuchung.

Herabsetzung der Einstiegsaltersgrenze fьr die gesetzliche Krebsfrьherkennung fьr Mдnner und Herabsetzung der Einstiegsaltersgrenze speziell fьr die gesetzliche Prostatakrebsfrьherkennung auf das 35. Lebensjahr, zumindest dort, wo eine erbliche Vorbelastung vorliegt.

Gleiche Teilhabe von behinderten Jungen und Mдnner an den Sozialleistungen im Sozialgesetzbuch IX.

Gleiche Teilhabe von Jungen und Mдnnern an PrдventionsmaЯnahmen gegen AIDS.


Erlдuterung

1. Einstieg in die Hautkrebsfrьherkennung

Wir knьpfen hier an unsere frьhere Petition Nr. 2-15-15-21 26-00669010004 an. Die Neuerkrankungs- und Mortalitдtsrate bei Hautkrebs nimmt drastisch zu. Es gibt seit vielen Jahren eine gesetzliche Hautkrebsfrьherkennung. Fьr Mдnner beginnt der Einstieg in diese Frьherkennung jedoch erst ab dem 45. Lebensjahr und damit 15 Jahre spдter als fьr Frauen (Einstiegsaltersgrenze ab dem 30. Lebensjahr), obwohl in dieser Altersspanne (30 bis 45) etwa 50\% mehr Mдnner an Hautkrebs erkranken und sterben als Frauen.


Die Daten fьr Hautkrebs sind laut Krebsatlas im Jahr 2000:

Mдnner: 1161 Fдlle/100000
Frauen: 1017 Fдlle/100000

Mдnner: 1,79 Stand. Mort. Rate
Frauen: 1,12 Stand. Mort. Rate

Die Krebsgefдhrdung ist insgesamt fьr Mдnner also hцher als fьr Frauen.

Betrachtet man die Fallzahlen des Hautkrebses fьr die Altersgruppe 30 bis 44, also der Altersgruppe, in der Mдnnern eine gesetzliche Krebsfrьherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs vorenthalten wird, ergeben sich folgende Zahlen:

Mдnner: 109 Fдlle/100000
Frauen: 74 Fдlle/100000

Mдnner: 3,2 Stand. Mort. Rate
Frauen: 2,2 Stand. Mort. Rate

In der Antwort auf die o.g. Petition wurde bezьglich des Hinweises auf die verfassungswidrige Ungleichbehandlung von Frauen und Mдnnern bei der Einstiegsaltergrenze fьr die gesetzliche Hautkrebsfrьherkennung auf einen Modellversuch in Schleswig Holstein verwiesen. Wir sind mittlerweile darьber informiert, dass die Ergebnisse dieses Versuches ausgewertet sind, wissen aber nichts ьber die weiteren Absichten bezьglich unseres Anliegens. Wir mцchten darauf hinweisen, dass auch bei negativem Ausgang des Versuches die unterschiedlichen Einstiegsaltersgrenzen von Frauen und Mдnnern bei der Hautkrebsfrьherkennung u.E. nicht verfassungskonform (VerstoЯ gegen Artikel 3 des GG) wдren.

Auf Anfrage von uns mit Datum vom 13.12.04 teilte uns das Sozialministerium mit, dass die Zustдndigkeit der Einstiegsaltersgrenze beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) liege und dass mit einer eventuellen Дnderung der Richtlinie im Laufe des Jahres 2005 zu rechnen sei.

Unsere Intention liegt nicht in der Einfьhrung einer neuen Form der Hautkrebsfrьherkennung (Hautkrebsscreening), sondern in der Beseitigung der Diskriminierung der mдnnlichen Mitbьrger durch die unterschiedlichen Einstiegsaltersgrenzen fьr die schon bestehende Hautkrebsfrьherkennung. Nach Artikel 3 des GG besteht der Grundsatz der Gleichberechtigung fьr Mдnner und Frauen und nach Absatz 2 Satz 2 des Artikels 3 ist der Staat verpflichtet die tatsдchliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Mдnnern zu fцrdern und auf die Beseitigung bestehender Nachteile hinzuwirken.

Die unterschiedlichen Einstiegsaltersgrenzen sind fьr Hautkrebs nicht wissenschaftlich begrьndet. Dies kann jede/r Hautkrebsarzt/дrztin bestдtigen. Eine wissenschaftliche Begrьndung der unterschiedlichen Einstiegsaltersgrenzen liegt bei den geschlechtsspezifischen Krebsarten, wie Brust- und Prostatakrebs vor. Hautkrebs ist jedoch nicht geschlechtsspezifisch, die Untersuchungsmethoden sind unabhдngig vom Geschlecht gleich und haben die gleiche Effektivitдt.

Der Grund fьr die unterschiedlichen Einstiegsaltersgrenzen liegt vielmehr in der Historie begrьndet. Als die gesetzliche Frьherkennung eingefьhrt wurde (1971) wurde nur die beiden Tumorarten Brust- und Prostatakrebs betrachtet. Man hat deshalb fьr Frauen 20 und fьr Mдnner 45 als Einstiegsaltersgrenze festgelegt und im Sozialgesetzbuch verankert. Diese Grenzen waren fьr die geschlechtsspezifischen Krebsarten seinerzeit vermutlich wissenschaftlich begrьndet. Die Krebsfrьherkennung fьr Hautkrebs wurde 1982 eingefьhrt. Das Gesetz blieb jedoch unverдndert, weil man abwarten wollte, welche neue Frьherkennungen sich in nдchster Zukunft noch auftun. Zwar legen in Deutschland Krankenkassen und Дrzte die Einstiegsaltersgrenzen in den Krebsfrьherkennungsrichtlinien fest, diese kцnnen jedoch die Einstiegsaltersgrenze nicht niedriger legen, als wie gesetzlich zulдssig ist. Und im Sozialgesetzbuch ist eben die Mindesteinstiegsaltersgrenze fьr Frauen bei 20 und bei Mдnnern ein Vierteljahrhundert spдter bei 45 festgelegt. So hatten Krankenkassen und Дrzten keine Mцglichkeit auch fьr Mдnner eine Einstiegsaltersgrenze von 30 festzulegen, wie fьr Frauen. Diese Benachteiligung existiert nun schon seit fast einem Vierteljahrhundert unverдndert.

Wir beschweren uns darьber, dass unser Anliegen zur Beendigung der Diskriminierung mдnnlicher Mitbьrger durch die wissenschaftlich nicht begrьndbaren spдteren Einstiegsaltersgrenzen zur gesetzlichen Hautkrebsfrьherkennung missachtet wird, indem immer wieder auf eine neue Hautkrebsfrьherkennungsmethode hingewiesen wird, was unserem Anliegen in keiner Weise entspricht bzw. das Fortbestehen der bisher seit mehreren Jahrzehnten bestehenden Diskriminierung in keiner Weise rechtfertigen wьrde.

Wir bitten um Aufhebung der um ein Vierteljahrhundert spдtere Einstiegsaltersgrenze in die gesetzliche Krebsfrьherkennung fьr Mдnner im SGB im Gegensatz zu Frauen und eine gleichberechtigte Mindesteinstiegsaltersgrenze fьr Mдnner wie fьr Frauen und die Festsetzung einer gleichen Einstiegsaltersgrenze fьr Frauen und Mдnner fьr die gesetzliche Hautkrebsfrьherkennung.


2. Mдnnergesundheitsbericht

RegelmдЯig werden Frauengesundheitsberichte erstellt, Mдnnergesundheitsberichte jedoch nicht. Mдnner haben in Deutschland eine wesentlich geringere Lebenserwartung als Frauen. In fast allen Bereichen, egal ob Unfall, Gewaltopfer, Krebserkrankungen, Selbstmord, Herz- und Kreislauf-Fдlle, Drogen, Alkohol, Behinderungen usw. stehen Mдnner in der Liste der Todesursachen und Betroffenheit an erster Stelle. Es gibt deshalb keinen Grund, den Gesundheitszustand mдnnlicher Mitbьrger als unwichtig oder weniger wichtig zu erachten. Aber genau dies tut man, wenn man bei einer geschlechtsspezifischen Gesundheitsbetrachtung mдnnliche Mitbьrger ausgrenzt.

Zwar gibt es Gesundheitsberichte, die fьr Frauen wie Mдnner erstellt werden, aber diese kцnnen natьrlich die geschlechtsspezifischen Aspekte bei Weitem nicht vollstдndig erfassen. Sonst wдre ja auch ein spezieller Frauengesundheitsbericht ьberflьssig. In solchen Mдnnergesundheitsberichten kцnnten auf spezielle Mдnnerkrankheiten oder auf die Mдnner spezifische Indikation und Auswirkung von Krankheiten eingegangen werden. Nachfolgend sind nur einige solche Themen aufgefьhrt, die in vergleichenden Gesundheitsberichten keine Erwдhnung finden:

a) Depressionen zeigen bei Mдnnern andere Auswirkungen

Bei vielen Mдnnern дuЯern sich Depressionen nicht in Antriebslosigkeit und Angst wie bei den meisten Frauen, Mдnner reagieren eher mit Дrger und Feindseligkeit. (vgl. hierzu beigefьgten Artikel Mдnner sind anders depressiv)

b) Brustkrebs

Bei der Brustkrebsproblematik wird bislang unterschдtzt, dass auch Mдnner an Brustkrebs erkranken kцnnen. Die Brustkrebserkrankungsrate bei Mдnner steigt seit einigen Jahren stetig (vgl. hiezu beigefьgten Artikel Immer mehr Mдnner erkranken an Brustkrebs)

c) Hodenkrebs

Bei dieser mдnnerspezifischen Krebsart zeigt sich das seltene Phдnomen einer zweigipfeligen Altersverteilung mit einer hohen Inzidenz bzw. Mortalitдt bei jьngeren Mдnnern im Alter zwischen 20 und 40 Jahren, einer Altersgruppe, die durch das Sozialgesetzbuch nicht abgedeckt ist und in der junge Mдnner mit einer solchen Problematik gar nicht rechnen. So zeigt laut Krebsatlas die Altersgruppe 20 bis 45 (1998-2000) eine Fallzahl von 110/HTsd und die nachfolgende Altersgruppe von 45 bis 70 (1998-2000) eine Fallzahl von 55/HTsd. Eine rechtzeitige Sensibilisierung fьr mдnnliche Jugendliche wдre deshalb hier notwendig.

d) Leistenbruch

Leistenbruch ist eine der hдufigsten Krankheiten bei Mдnnern (etwa 90\% der Leistenbruch-Patienten sind Mдnner; vgl. hierzu Alles, was Mдnner ьber ihre Gesundheit wissen sollten von Dr. Ian Banks, Oesch Verlag).

e) Trennungsvдter

Schon lange gibt es Hinweise fьr die besonderen gesundheitlichen Belastungen von Scheidungsvдtern. Als Beispiel seien die Studie von Erika Neubauer, Alleinerziehende Mьtter und Vдter Eine Analyse der Gesamtsituation, Stuttgart 1989, oder der Vortrag von Prof. Albrecht Gцschel auf dem 3. Familienkongress des Vдteraufbruch fьr Kinder in Halle am 06.11.2004 genannt.

f) Mдnner und Arbeit

Die Arbeitsunfallstatistiken zeigen eine deutliche geschlechtsspezifische Abhдngigkeit der Arbeitsunfallhдufigkeit. Nach dem Bericht Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit 2000 betrug die Zahl der tцdliche Arbeitsunfдlle 1.051 fьr Mдnner und 102 fьr Frauen. Dieser Bereich stellt deshalb ein nicht unwesentliches Potential fьr eine Verbesserung der Mдnnergesundheitssituation dar.


In Цsterreich gibt es mittlerweile einen Mдnnergesundheitsbericht neben einem Frauengesundheitsbericht. In Italien soll nach unseren Informationen ein Mдnnergesundheitsbericht in Planung sein.

Wir beschweren uns, dass die zustдndigen Stellen im Gegensatz zum Frauengesundheitsbericht keinen Mдnnergesundheitsbericht erstellen, der die gesundheitliche Situation der mдnnlichen Mitbьrger detailliert erfasst. Dies widerspricht eindeutig Gender Mainstreaming, der die objektive Erfassung der Situation beider Geschlechter in gleichem MaЯe als notwendige Grundlage fьr eine weiterfьhrende Geschlechterpolitik fordert.


3. Mдnnergesundheitsdatenbank

Bereits im Jahr 1998 wurde im Gesundheitsbericht fьr Deutschland versucht, der Darstellung der Geschlechterdifferenzen einen hohen Stellenwert einzurдumen. Bei vielen Themenbereichen war eine geschlechterdifferenzierte Betrachtung jedoch nicht mцglich, da das diesbezьgliche Datenmaterial zu gering war. Die Bundeszentrale fьr gesundheitliche Aufklдrung fьhrt mittlerweile eine Frauengesundheitsdatenbank, die diesem Datenmissstand entgegenwirken soll. Auf die Fьhrung einer analogen Mдnnergesundheitsdatenbank wird jedoch verzichtet. Auch dies ist mit Gender Mainstreaming nicht vereinbar und zeigt zudem, dass bei der Darstellung der Geschlechterdifferenzen der Situation der mдnnlichen Bevцlkerung geringerer Stellenwert eingerдumt wird.

Wir beschweren uns, dass die BzgA trotz Gender Mainstreaming neben der Frauengesundheitsdatenbank keine Mдnnergesundheitsdatenbank fьhrt und bitten um Einfьhrung einer solchen oder zumindest im Sinne des Gender Mainstreaming die Umwandlung der Frauengesundheitsdatenbank in eine Gender-Gesundheitsdatenbank, in die auch Mдnnergesundheitsdaten aufgenommen werden.


4. Prostatakrebs

Prostatakrebs ist die hдufigste Tumorart beim Mann. Krebs der Prostata ist nach Lungen- und Darmkrebs mit einem Anteil von 10.3 \% im Westen die dritthдufigste und im Osten (nach Magenkrebs an dritter Stelle) mit einem Anteil von 8.2 \% die vierthдufigste Krebstodesursache bei Mдnnern (vgl. Krebsatlas).

4.1 Gesundheitsziel

Im Dezember 2000 hat das Bundesgesundheitsministerium mit der Gesellschaft fьr Versicherungswissenschaft und gestaltung e.V. (GVG) ein Projekt ins Leben gerufen, nach dem konkrete Vorschlдge zur Einfьhrung von Gesundheitszielen als Handlungsgrundlagen fьr die Akteure im Gesundheitswesen exemplarisch erarbeitet werden sollen. Wдhrend die Bekдmpfung von Brustkrebs als ein solches Gesundheitsziel formuliert wurde, existiert die Bekдmpfung von Prostatakrebs nicht als Gesundheitsziel.

Wir bitten darum, dass die Bundesregierung die Bekдmpfung von Prostatakrebs offiziell als Gesundheitsziel aufnimmt, wie schon die Bekдmpfung von Brustkrebs.


4.2 Frьherkennungsumfang

Der bisherige Frьherkennungsumfang ist auf dem Stand von 1971. Er besteht lediglich in der Tastuntersuchung ( digitale rektale Prostata Untersuchung DRUS). Mittlerweile gibt es jedoch eine Vielzahl weitere Mцglichkeiten der Frьherkennungsuntersuchung:

Blutuntersuchung mit Bestimmung des Prostataspezifisches Antigens (PSA):

Das Verfahren hat eine hohe Aussagekraft. Bei einer Erhцhung des PSA-Wertes besteht eine erhцhte Wahrscheinlichkeit fьr ein Prostatakarzinom. Wir kennen allerdings die Problematik, dass z.B. auch groЯe Prostatadrьsen und auch Entzьndungen der Prostata erhцhte PSA-Werte hervorrufen kцnnen. Deshalb kann die PSA-Untersuchung nicht allein stehen, sondern muss im Kontext zu anderen Untersuchungswerten betrachtet werden. Solche andere Methoden sind:

Urinuntersuchung:

Im Labor wird der Urin auf Blut und infektiцse Erreger untersucht. Ein positives Ergebnis kann auf Prostatakrebs hinweisen.

Transrektaler / Transvesikaler Ultraschall der Prostata:

Beim transrektalen Ultraschall (TRUS) wird die Ultraschallsonde in den Enddarm eingefьhrt. Durch die Nachbarschaft von Enddarm und Prostata wird die Beurteilung des Prostatagewebes im Ultraschall und somit das Erkennen von krebsverdдchtigen Arealen innerhalb der Prostata ermцglicht. AuЯerdem erhдlt man mit dieser Untersuchung Hinweise darьber, ob das Prostatakarzinom auf die Prostata begrenzt ist.

Neben der Ultraschalluntersuchung ьber den Enddarm ist eine Untersuchung der Prostata auch im transvesikalen Ultraschall mцglich, wobei der Ultraschallkopf auf den Unterbauch aufgesetzt wird. Der transrektale Ultraschall ermцglicht jedoch genauere Aussagen.

Stanzbiopsie der Prostata (TRUS mit PE):

Im Rahmen einer transrektalen Ultraschalluntersuchung werden durch den Enddarm mit einer Nadel Gewebeproben aus der Prostata entnommen. Diese Untersuchung kann sowohl in Narkose als auch in Lokalanдsthesie durchgefьhrt werden und ist schmerzarm. Das entnommene Gewebe wird anschlieЯend auf Krebszellen untersucht. Diese Methode ist sicher erst dann sinnvoll, wenn schon eine ausreichend hohe Wahrscheinlichkeit fьr die Existenz eines Prostatakarzinoms vorliegt.

Nach Rьcksprache mit Urologen betrдgt die Sicherheit einer Prostatauntersuchung bei den verschiedene Arten in etwa wie folgt:

- PSA (30\%)

- Transrektaler Ultraschall der Prostata (TRUS) (30\%)

- DRUS (30\%)

Dies ergдbe zusammen eine Wahrscheinlichkeit bei der Sicherheit der Frьherkennung von 90\%. Die Kosten fьr die drei Untersuchungen einschlieЯlich einer Urinuntersuchung sollten nach Auskunft der Urologen zusammen bei etwa 100 liegen.

Eine Studie im Saarland aus dem Jahr 2002 zeigte, die schlechte Vorsorgementalitдt der Mдnner bei der Prostatakrebsfrьherkennung hдngt sehr wohl auch damit zusammen, dass eine sinnvolle Frьherkennungsuntersuchung aus eigener Tasche bezahlt werden muss. (vgl. hierzu beigefьgten Artikel ьber die saarlдndische Studie).

Wir beschweren uns, dass die gesetzliche Prostatakrebsfrьherkennung auf dem Stand von 1971 stehen geblieben ist, obwohl der medizinische Fortschritt hier schon wesentliche Fortschritte gemacht hat. Wir bitten um Erweiterung des Leistungsangebotes der gesetzlichen Prostatakrebsfrьherkennung um die Bestimmung des PSA-Wertes, einer transrektalen Ultraschalluntersuchung (TRUS) und einer Urinuntersuchung neben der herkцmmlichen Tastuntersuchung.


4.3 Einstiegsaltersgrenze

Bis heute sind die Ursachen des Prostatakrebses ungeklдrt. Es wurde jedoch mittlerweile nachgewiesen, dass das Prostatakrebsrisiko um etwa 2 bis 3-fach erhцht ist, wenn schon Bruder oder Vater an Prostatakrebs erkrankt sind bzw. sogar 5mal so hoch ist, wenn Vater und Bruder ebenfalls betroffen sind. Die absolute Zahl der Prostatakrebstodesfдlle stieg von 2.920 im Jahr 1952 auf ьber 10.000 im Jahr 1995 an. Zur Zeit erkranken ьber 30.000 Mдnner pro Jahr. Unabhдngig davon, ob dieser enorme Anstieg nur durch die bessere Entdeckung durch neue Untersuchungsmethoden zustande kommt oder ob sich die Zahl tatsдchlich so stark erhцht, zeigt dies, dass die von 1971 datierende Einstiegsaltersgrenze mittlerweile ьberholt ist und den neuen Kenntnissen dringend angepasst werden muss.

Bei der Brustkrebsfrьherkennung ist die Einstiegsaltersgrenze fьr Frauen das 20.Lebensjahr. In der Altersgruppe 20 bis 24 liegen die Fallzahlen fьr Brustkrebs bei 6 pro 100.000 und die Mortalitдtsrate bei 0,1 pro 100.000 (siehe Krebsatlas des DKFZ Heidelberg, 2000-2002). Die Einstiegsaltersgrenze bei der Prostatakrebsfrьherkennung ist das 45. Lebensjahr. Die Fallzahlen in der Altersgrenze 45 bis 49 liegt bei 66 pro 100.000 (also 11-mal so hoch wie beim Brustkrebs), die Mortalitдtsrate bei 0,9 (also 9-mal so hoch wie beim Brustkrebs). Weshalb man bei Prostatakrebs erst bei einer um 11-mal hцheren Fallzahl und einer 9-mal hцheren Mortalitдtsrate als bei Brustkrebs eine gesetzliche Frьherkennungsuntersuchung gestattet, konnte uns bisher niemand erklдren.

Setzte man vergleichbare Fallzahlen und Mortalitдtsraten fьr den Einstieg in die Frьherkennung von Prostata- und Brustkrebs fest, dann mьsste die Einstiegsaltersgrenze fьr Prostatakrebs bei 35 liegen, denn fьr die Altersgruppe 35 bis 39 liegt die Fallzahl bei 8 und die Mortalitдtsrate bei 0,1.

Wir bitten, die Einstiegsaltersgrenze fьr die gesetzliche Krebsfrьherkennung fьr Mдnner dem heutigen Stand der Medizin anzupassen. Wir bitten weiterhin, die Einstiegsaltersgrenze speziell fьr die gesetzliche Prostatakrebsfrьherkennung auf das 35. Lebensjahr herabzusetzen, zumindest dort, wo eine erbliche Vorbelastung vorliegt.


5. Gleiche Sozialleistungen fьr mдnnliche Behinderte

Ab 1.07.2001 sind laut 44 Sozialgesetzbuch IX Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungskurse fьr behinderte Mдdchen und Frauen eine gesetzliche Sozialleistung, fьr mдnnliche Behinderte jedoch nicht. Dies widerspricht dem Gleichberechtigungsgrundsatz. Behinderte werden immer hдufiger Opfer von Ьberfдllen oder Belдstigungen. Dies betrifft auch mдnnliche Behinderte. Auch wenn die registrierte Zahl bei den mдnnlichen Behinderten als Opfer solcher Ьbergriffe noch niedriger sein sollte, rechtfertigt dies nicht die Ungleichbehandlung.

Wir beschweren uns, dass behinderten Jungen und Mдnnern laut 44 Sozialgesetzbuch IX Selbstverteidigungskurse als Sozialleistung nicht zugestanden werden.


6. PrдventionsmaЯnahmen gegen AIDS

Die Zahl der von AIDS Betroffenen steigt stдndig. Aus diesem Grunde sind Aufklдrungskampagnen und PrдventionsmaЯnahmen eine wichtige Aufgabe deutscher Gesundheitspolitik. 80\% der von AIDS Betroffenen in Deutschland sind Jungen oder Mдnner. Diese Zahl zeigt, dass einseitige AIDS-Kampagnen, bei denen Jungen und Mдnner als Zielgruppe ausgegrenzt werden, wie dies in der AIDS-Kampagne 2004 geschehen ist, vцllig unpassend und unverhдltnismдЯig sind. Dies spiegelt aber das ambivalente Engagement der politisch Verantwortlichen im Bereich der Gesundheitsprдvention wieder, wie sie hier Anlass zur Beschwerde in dieser Petition ist.


Wir denken, es ist an der Zeit alte archaische Bilder vom starken, unverwundbaren Mann auch in der Sozial- und Gesundheitspolitik endgьltig ьber Bord zu werfen. Schon Jungen mьssen tдglich erkennen, dass der Gesundheitszustand mдnnlicher Mitbьrger als weniger wichtig erachtet wird als der weiblicher Mitbьrger. Es ist daher nicht verwunderlich, dass mдnnliche Jugendliche kein gleiches Gesundheitsbewusstsein entwickeln kцnnen als junge Frauen.

Die Gleichberechtigung mдnnlicher Mitbьrger in der Gesundheitsvorsorge nutzt allen, Mдnnern wie Frauen, sind doch Frauen in den meisten Fдllen auch betroffen, wenn Mдnner erkranken Ehefrauen, Mьtter, Tцchter und andere Bekannte und Verwandte.

Vertrauensvoll wenden wir uns an Sie mit der Bitte, sich der o.g. Bitten und Beschwerden anzunehmen und unser Anliegen zu unterstьtzen.

Mit freundlichen GrьЯen




Dr. Bruno Kцhler
i. A. von MANNdat geschlechterpolitische Initiative

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