Fortbestehen des Fachgebietes für Ökotoxikologie
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wie wir erfahren haben, geht Prof. Huber ab September 2010 in den wohlverdienten Ruhestand. Da leider bisher noch große Ungewissheit über das Fortbestehen des Fachgebietes besteht, sind einige Studenten sehr beunruhigt. Von Seiten der Studenten gibt es einige Interessenten, die das Lehrangebot sowie die Möglichkeit von Dissertationen und Bachelor-, Master- und Zulassungsarbeiten nutzen wollen, allerdings nicht wissen, ob dies in Zukunft noch möglich sein wird. Viele der Studenten sind sogar aufgrund der Ökotoxikologie an die TU gewechselt und stehen nun vor einem großen Problem.
Momentan haben wir große Angst, dass das Fachgebiet ab nächstem Jahr einfach eingestampft werden soll.
In diesem Brief möchten wir gerne veranschaulichen, welche Konsequenzen aus unserer Sicht mit einem Schließen des Fachgebietes verbunden wären:
1) Viele Studenten aus verschiedenen Studiengängen zeigen ein großes Interesse an dem jährlich stattfindenden ökotoxikologischen Praktikum, der nach Bedarf angebotenen Vorlesung und Übung zur Guten Laborpraxis (GLP-Kurs), bei welcher eine steigende Nachfrage in den vergangenen Semestern beobachtet wurde, und an der Ökotoxikologie-Vorlesung und dem ökotoxikologischen Seminar.
2) Die Zahl der studentischen Abschlussarbeiten (Bachelor, Master) und Zulassungsarbeiten war im vergangenen Sommersemester so groß wie noch nie zu vor. Die Tendenz dabei ist sogar steigend. Diesen Arbeiten sollen auch Doktorarbeiten folgen. Dafür liegen auch schon mehrere Interessenten vor.
3) Fallen die ökotoxikologischen Veranstaltungen weg, fehlt wieder ein organismisches Modul mehr im Studienplan der Biologen, was die Auswahl an ökologischen Veranstaltungen noch schwieriger macht. Der Schwerpunkt wird immer molekularer und das organismische Modul wird stetig vernachlässigt, obwohl es ein fester Bestandteil bei der Akkreditierung des Biologie-Studienganges war. Die Studierenden sollten sich darauf verlassen können, dass Module eines akkreditierten Studienganges auch angeboten werden.
4) Vom Fachgebiet werden neben den ökotoxikologischen Veranstaltungen auch viele botanische Vorlesungen, Exkursionen und Praktika für verschiedene Studiengänge (Lehramt Berufsschule/Gymnasium, Master Ingenieurökologie, Biologie, Landschaftsarchitektur) angeboten. Die Mitarbeiter des Fachgebietes sind dabei sogar so flexibel, dass sie je nach Interesse der Studenten noch zusätzliche Kurse anbieten. Im vergangen Wintersemester war dies zum Beispiel eine Baumexkursion für die Lehramtsstudenten oder ein Bestimmungskurs für Fortgeschrittene. Diese Veranstaltungen werden von den Studenten gewünscht, da sie von keinem anderen Lehrstuhl angeboten werden. Am Fachgebiet Ökotoxikologie ist das selbstverständlich, dass auf die Wünsche und Interessen der Studenten eingegangen wird.
5) Sehr enttäuschend ist für einige Studenten, die eben genau wegen der Ökotoxikologie an die TU München gewechselt haben, dass sie nun nach Aufnahme ihres Studiums nicht die Möglichkeit haben, dieses Fach zu belegen, geschweige denn ihre Abschlussarbeit in diesem anzufertigen. Sie stehen nun vor der Wahl, die Universität zu verlassen, was einen Verlust guter, qualifizierter Leute für die TU München bedeuten würde oder sie müssten sich etwaige Alternativen an der TU suchen, was aber auch mehr einer schlechten Lösung gleicht. Jedenfalls ist die Unzufriedenheit bei den Studenten groß, was ein schlechtes Licht auf die TU wirft, wenn davon andere Universitäten erfahren.
6) Weiterhin ist anzuführen, dass die TU München derzeit die einzige Universität in der süddeutschen Region ist, an der Studenten ökotoxikologisch arbeiten können. Aus unserer Sicht wäre dies ein Grund mehr für die TUM, das Fachgebiet eher auszuweiten, um der Vorreiter für die Ökotoxikologie in Süddeutschland zu werden.
Aber nicht nur, was die Lehre oder die Abschlussarbeiten per se betrifft, wird das Auflösen des Fachgebiets einige Probleme mit sich ziehen, denn auch aus der Wirtschaft wird spätestens seit der Verabschiedung der EU-Chemikalienverordnung REACH im Juni 2007 ein großer Mangel an gut ausgebildeten Ökotoxikologen beklagt. Ohne die Absolventen der renommierten TU München können die Universitäten noch weniger geeignete Ökotoxikologen der Wirtschaft bieten. Andere Universitäten wie zum Beispiel die Uni Aachen haben den Bedarf erkannt und schon einen neuen Masterstudiengang Ökotoxikologie etabliert und somit ihr Angebot für die Biologen enorm erweitert.
Vom 5. 7.10.2009 fand in Weihenstephan die SETAC GLB Tagung statt. Diese wurde allein vom Fachgebiet Ökotoxikologie in Zusammenarbeit mit Mitgliedern der SETAC organisiert. Dieses Ereignis war nicht nur eine Werbung für die TU München und die Biologie am Campus Weihenstephan, sondern auch für die Stadt Freising, welche natürlich in Verbindung mit der Tagung einen finanziellen Vorteil hat. Außerdem haben hier Studenten die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und einen Blick über den Tellerrand zu wagen, um schon die Weichen für eine Arbeitsstelle nach ihrem Abschluss zu stellen. Auch diese Gelegenheit würde wegfallen und die Studenten zu einem Wechsel an eine andere Universität zwingen.
Wir haben viele überzeugende Argumente für ein Fortbestehen des Fachgebietes, wir fordern sogar eine Vergrößerung und eine vermehrte Unterstützung von Seiten der Hochschulleitung. Es muss einfach weitergehen, darüber würden sich viele Studenten sehr freuen. Vor allem könnten dadurch wieder viele Studenten ruhiger in die Zukunft blicken.
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