Religious and Human rights In VietNam
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Frau Bundeskanzlerin
Dr. Angela Merkel Willy-Brand-str.1
10557 Berlin
Betrifft: Unterdrьckung und brutale Gewalt gegenьber dem Erzbischof von
Hanoi, Ordensleuten und Glдubigen in Vietnam
Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
In dieser Stunde sind noch immer zahlreiche Katholiken im Gefдngnis auf unbestimmte Zeit. Der Erzbischof von Hanoi und die Leiter der Kongregation der Redemptoristen in Hanoi wurden Opfer von einer Regierungskampagne durch цffentliche Diffamierungen. Es soll Klage gegen sie fьr etwas erhoben werden, was sie nicht zu verantworten haben. Die Regierung beschuldigt sie der Anstiftung und der Organisation von Protesten der Glдubigen, um damit цffentliche Sympathie zu gewinnen. Kirchlicher Besitz einschlieЯlich der Bauten und religiцsen Gegenstдnde wurden am helllichten Tag zerstцrt. Ganz zu schweigen von den Priestern und den friedlichen Menschen, die tдglich belдstigt und von brutalen Schlдgern terrorisiert werden. Bei diesen brutalen Ьbergriffen handelt es sich immer unschuldige Opfer. Wir, die katholische Kirche als Ganzes, sind jetzt Opfer der Regierung.
Seit dem 18. 12. 2007 kommen die Katholiken von Hanoi tдglich zum Gebet und Mahnwachen auЯerhalb der ehemaligen Nuntiatur zusammen. Sie fordern die Rьckgabe des Gebдudes, das 1959 rechtswidrig durch das kommunistische Regime enteignet wurde. Die Proteste kamen nur zum Stillstand, weil die Regierung einverstanden war, dass das Eigentum am 01. 02 2008 zurьckgegeben wird. Es wurde von beiden Seiten vereinbart, dass diese Rьckgabe schrittweise von der vietnamesischen Regierung durchgefьhrt werden sollte. Leider hat sie es erreicht, diesen Prozess durch verschiedene bьrokratische Manцver zu verzцgern.
Der Konflikt eskalierte, als am 19. 09. 2008 die Regierung ьberraschend den Abriss der Nuntiatur angekьndigte. Diese MaЯnahme steht eindeutig im Widerspruch mit der Politik des Dialogs, den die katholische Kirche und vietnamesische Regierung verfolgt haben. Es ist in der Tat beleidigend, dass die legitimen Bestrebungen des Erzbistums Hanoi nicht per Gesetz festgeschrieben wurden. Das gegebene Ehrenwort der Regierung an unsere Kirche in Vietnam wurde nicht gehalten.
Auch in der Thai Ha Gemeinde, wo Redemptoristen Priester und ihre Glдubigen seit jeher die Rьckgabe ihres Eigentums fordern, das nach dem Genfer Abkommen von 1954 von der Regierung illegal beschlagnahmt wurde. Der Protest wird mit friedlichen Mahnwachen fortgesetzt. Es kam zu einem цffentlichen Aufschrei und Protest, als die Thai Ha Gemeindemitglieder erfahren haben, dass die lokalen Regierungsbeamten heimlich ihr Land an private Einrichtungen verkauft hatten. Als Opfer hatten sie in ihrer Verzweiflung keine andere Wahl als diese friedlichen Proteste, die im vцlligen Einklang mit dem vietnamesischen Gesetz zur Forderung nach Gerechtigkeit von den Behцrden seit dem 5. 01. 2008 stehen.
Die vietnamesische Regierung hat darauf mit einem groЯen Einsatz von Polizei, Polizeihunden, Sicherheitskrдften und Milizen geantwortet. Es wurden sogar Street-Gang-Mitglieder eingesetzt, um terroristische Ziele umzusetzen.
Erst letzten Monat hat die kommunistische Regierung gegen das Erzbistum Hanoi eine Kampagne durchgefьhrt. Es war eine stдndige Bedrohung durch die Verwendung von "extremen Aktionen" gegen katholische Priester. Es folgte eine Reihe von Verzerrungen und Spott gegen Glдubige und die Kirche. Darьber hinaus entzьndeten цffentliche Empцrungen eine negative Stimmung gegen Priester von Hanoi und die Kirche als Ganzes. Die Kampagne hatte weitere Verhaftungen und Gewalt zur Folge. Zahlreiche Priester und Laien wurden brutal von der Polizei geschlagen, weil sie am 28.08. 2008 friedlich die Freilassung der Inhaftierten forderten.
Auf dem Gelдnde des Redemptoristen-Klosters warf die Polizei Trдnengas unter die Glдubigen, die an einer religiцsen Prozession am Sonntag, den 31. 08. 2008 teilnahmen. Mehr als 30 Glдubige, die meisten von ihnen waren Frauen und Kinder, erlitten Verletzungen der Atemwege durch das Trдnengas. 20 Personen mussten sogar ins Krankenhaus. Es kam noch schlimmer, denn Street-Gang-Mitglieder griffen eine Kapelle an der Kirche an. Dies geschah in der Nacht vom Sonntag, den 21. 09. bis zum frьhen Montagmorgen, den 22. 09. 2008. Die Polizei und die Beamten der Stadt schauten zu, ohne einzugreifen.
Am Abend des gleichen Tages kam eine Bande von mehr als 200 Jugendlichen, die das blaue T-Shirts der kommunistischen Jugend-Liga trugen. Sie schikanierten die Thai Ha- Gemeinde. Sie spuckten unseren Priestern, den Ordensleuten und auch den Glдubigen ins Gesicht. Es kam andere Schlдgergruppen. Sie schдndeten mit gebrauchtem Motorцl und stinkender Flьssigkeit (Fischsauce) den Altar, der mit religiцsen Symbolen und einer Statue Unserer Lieben Frau geschmьckt war. In Hanoi wurden auf dem Gelдnde der Nuntiatur Kreuze und Mutter-Gottes-Statuen auf respektlose Weise entfernt.
Eine Erklдrung des Erzbischofs Josef Ngo Quang Kiet wurde durch das Volkskomitee von Hanoi nicht korrekt, sondern verzerrt wiedergegeben. Es wurde ihm Machtmissbrauch unterstellt. Sein Patriotismus wurde in einem offensichtlichen Versuch durch die staatlichen Massenmedien in Frage gestellt. Sie verbreiteten negative gesellschaftliche Gefьhle gegen den Erzbischof und die Kirche, die ihrerseits keine Gelegenheit bekamen, diese Geschichte von ihrer Seite aus darzustellen.
Eine Reihe von Angriffen gegen die Katholiken war die Folge der Regierungskampagne. Eine regelrechte allgemeine Hasskampagne gegen die Kirche ist ausgebrochen. Die Kirchen wurden geplьndert. Statuen und Bьcher wurden zerstцrt. Es wurden Morddrohungen gegen den Klerus und gegen die katholischen Glдubigen und im Besonderen gegen den Erzbischof von Hanoi geschrien. Diese Gewalttaten sind wissentlich geschehen vor einer groЯen Zahl von Beamten und der Polizei, aber sie haben nichts zum Schutz der Katholiken getan. Sie behaupteten, dass durch diese MaЯnahmen "die Wut der Bevцlkerung" zum Ausdruck komme.
Zwischen Kirche und Staat bestehen Spannungen, die sich kontinuierlich aufbauen und zum wirklichen BlutvergieЯen fьhren kцnnen. Wir hoffen verzweifelt, dass Sie MaЯnahmen ergreifen werden und bitten Sie, folgende Fragen an das Regime in Hanoi zu stellen:
1. Stoppen Sie die Medienkampagne gegen den katholischen Klerus, ihre Glдubigen und die Kirche als Ganzes.
2. Stoppen Sie die Verfolgung des katholischen Klerus und ihrer Glдubigen; lassen Sie die religiцsen Einrichtungen unversehrt.
3. Respektieren Sie Ihre eigenen Gesetze und geben Sie das Eigentum der Nuntiatur und des Redemptoristen-Klosters in Thai Ha, Hanoi an ihre rechtmдЯigen Eigentьmer zurьck.
Deutschland hat eine lange Tradition als ein Leuchtturm der Beschьtzer der Religionsfreiheit und der Menschenrechte in der ganzen Welt. Ein Leuchtturm, der Schaden fьr die Menschheit verhindert. Respektvoll bitten wir, dass Sie alles in Ihrer Macht Stehende tun, um sicherzustellen, dass die Regierung von Hanoi alle Arten von gewaltsamer Niederschlagung der Proteste einstellt. Damit ernsthaft an einer Lцsung ьber das konfiszierte Eigentum der Kirche verhandelt werden kann, das der Grund fьr den jahrelangen Streit ist. Die vietnamesische Regierung muss ihre eigenen Gesetze und internationale Gesetze, die sie unterzeichnet hat, respektvoll achten. Sie muss sich verpflichten, danach zu handeln. Es muss sofort zu festen und konkreten MaЯnahmen zur Verhinderung weiterer religiцser Menschenrechtsverletzungen kommen. Dies gilt auch fьr die Anhдnger von anderen religiцsen Gemeinschaften. Sie mьssen in der Anerkennung ihre Rechte, ihre Religionen frei von Belдstigung und Unterdrьckung praktizieren kцnnen. Schon fьr einen allzu langen Zeitraum haben Menschen wegen des Glaubens gelitten und wurden unter der Regierung von Hanois repressiver und brutaler Herrschaft verfolgt.
Wir hoffen auf Ihre erfolgreichen Bemьhungen fьr Freiheit, Gerechtigkeit, Menschenrechte und Religionsfreiheit fьr das vietnamesische Volk und seine Kirche.
Wir wьnschen Ihnen Gesundheit, Glьck und Gottes Segen fьr Sie und Ihre Familie.
Hochachtungsvoll
Pater Augustinus Son Ha Pham OSB Pater Claudius Bals (Prior)
Unterschrift Unterschrift und Stempel
St. Ottilien, 27.09.2008
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