Einspruch gegen Änderung der PJ-Arbeitsregelung
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die in der Studienkomissionssitzung vom 11.11.2008 diskutierte Änderung der Anwesenheitsregelung für Studierende im PJ stellt für mich eine deutliche Verschlechterung dar. Die Festlegung und Definition der Anwesenheitszeit auf 42h pro Woche, weniger 5h Studienzeit und damit einhergehend die Abschaffung der Kumulationsmöglichkeit der vorher geltenden 1,5 Stunden täglich erachte ich als massive Verschlechterung der bisherigen Regelung.
Hiermit möchte ich dieser Entscheidung widersprechen, da ich mich und meine Interessen durch die studentischen Vertreter, die bei der Vorentscheidung anwesend waren, nicht ausreichend repräsentiert fühle.
Ich begrüße das Bestreben nach einer einheitlichen Anwesenheitsregelung und gleichen strukturellen Bedingungen für alle. Meines Erachtens nach liegen die Probleme des Praktischen Jahres jedoch nicht in der mangelnden Anwesenheit der Studierenden auf Station, sondern in der fehlenden Qualität der Ausbildung. PJ-Studierende berichten vielfach über das Gefühl, lediglich als billige Arbeitskräfte missbraucht zu werden und nicht als zukünftige Kolleginnen und Kollegen wahrgenommen und im Wissens- und Fähigkeitserwerb gefördert zu werden. Selbständiges Arbeiten findet häufig aufgrund der schlechten Betreuungssituation nicht statt, lehrreiche Aufgaben und Tätigkeiten werden oft zugunsten von Routinetätigkeiten zurückgestellt.
Natürlich ist dies nicht auf allen Stationen und Abteilungen der Fall und ich würdige die Bemühungen derer, die sich gute Lehre zum Ziel gemacht haben. In der insgesamt problematischen Situation die Anwesenheitsregelung zu verschärfen anstatt qualitative Verbesserungen anzustreben, geht jedoch am eigentlichen Problem vorbei. Natürlich gibt es einzelne Studierende, die ihr PJ nach dem Weg des geringsten Widerstandes und des höchsten Freizeitwertes gestalten. Diese Tatsache kann und will ich nicht leugnen. Der Mehrzahl der Studierenden, die das PJ als wichtige Vorbereitung auf ihren späteren beruflichen Alltag empfinden, wird diese Regelung jedoch nicht gerecht. Viele Studierende sind gerne bereit, auch länger anwesend zu sein, wenn sie das Gefühl haben, in dieser Zeit sinnvolle Dinge zu lernen.
Bei den Studierenden handelt es sich zumeist um erwachsene, eigenverantwortliche Menschen, die oft vielfältige Anforderungen (studienbezogen, familiär, finanziell) zu koordinieren haben. Natürlich sind wir hauptberuflich Studierende, die Existenz anderer Anforderungen jedoch komplett zu negieren und in die private Verantwortlichkeit des einzelnen abzuschieben, verschärft nur noch mehr die Stellung des PJs im Rahmen der Probleme, die wir als Generation Praktikum ohnehin zu tragen haben.
Ich bitten Sie daher noch einmal eindringlich, Ihre Position bezüglich der angestrebten Änderungen zu überdenken und sich nicht nur auf die Meinung der Studierendenvertreter zu verlassen. Außerdem möchte ich die nicht vorhanden Informationspolitik seitens des Referats Lehre und des Dekanats erwähnen, die ja doch auch im Sinne der Studierenden handeln und entscheiden sollten.
Für Rückfragen oder ein persönliches Gespräch stehe ich gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen,
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