Forschen und Entwickeln fuer eine Welt
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Bildung und Wissenschaft sind unabdingbare Voraussetzungen fьr nachhaltige und gerechte Entwicklung, ohne die der bloЯe Transfer von materiellen Ressourcen von Reich zu Arm leider allzu oft wirkungslos bleibt. Die Kommission fьr Entwicklungsfragen (KEF) bei der Цsterreichischen Akademie der Wissenschaften fordert von der цsterreichischen Regierung MaЯnahmen, die eine professionelle und reflektierte wissenschaftliche Zusammenarbeit mit Entwicklungslдndern ermцglichen.
Problemdarstellung
Weder WissenschafterInnen in Entwicklungslдndern noch an Kooperation interessierte цsterreichische WissenschafterInnen sind in der derzeitigen Situation in der Lage, nachhaltig gesicherte Kooperationen in fairer Partnerschaft aufzubauen. Es fehlt an Infrastruktur, langfristig zugдnglichen Ressourcen fьr Projektzusammenarbeit, hдufig auch an institutioneller Unterstьtzung moralischer und materieller Art.
Forschung fьr Entwicklung wird hдufig nicht als gleichwertig betrachtet. Dennoch sind die vielfдltigen Anforderungen an die WissenschafterInnen sogar noch hцher als sonst: Die internationale Forschungszusammenarbeit in der EZA erfordert auch Kompetenzen in interkultureller Zusammenarbeit und internationalem Projektmanagement. Grundkenntnisse des entwicklungspolitischen Diskurses auf beiden Seiten sind ebenfalls wesentlich. Zusдtzlich sind die fachlichen Anforderungen nicht zu unterschдtzen: wer ein Kraftwerk in Tirol bauen kann, muss noch lange nicht geeignet sein ein Kraftwerk in Bhutan zu errichten. Jedes Projekt muss in Zusammenhang mit den sozialen, politischen, цkonomischen und цkologischen Rahmenbedingungen gesehen werden. Wissenschaft kann sich nicht davon loslцsen. Wissenschaft spielt jedoch eine wichtige Rolle, indem sie die Rahmenbedingungen definiert und prьft.
Die Kommission fьr Entwicklungsfragen hat sich zum Ziel gesetzt, die in Цsterreich vorhandenen wissenschaftlichen Kapazitдten fьr die nachhaltige Stдrkung von Wissenschaft in Entwicklungslдndern zu mobilisieren. Die erforderlichen wissenschaftlichen Kapazitдten sind vorhanden, und das Interesse an Kooperationen ist in allen Disziplinen weit verbreitet. Um dieses Potenzial sowohl fьr Цsterreich als auch fьr die Partnerlдnder verfьgbar zu machen, ist von цsterreichischer Seite mehr Unterstьtzung notwendig.
Es besteht kein Zweifel, dass bei den enormen globalen Herausforderungen ein wirtschaftlich so erfolgreiches Land wie Цsterreich seinen bereits vor 30 Jahren versprochenen Beitrag nun endlich leisten muss (Erreichung der 0,7\% des Bruttonationaleinkommens fьr die Цsterreichische Ost- und Entwicklungszusammenarbeit; laut DAC Presseaussendung vom 4. April 2006 ist die цsterreichische ODA (Official Development Assistance) aufgrund der Meldung von EntschuldungsmaЯnahmen im AusmaЯ von 901 Mio US$ auf 1,55 Mrd US$ angestiegen und erreichte damit eine ODA-Quote in der Hцhe von 0,52\% des Bruttonationaleinkommens, http://www.eza.at/index1.php?menuid=2&submenuid=155).
Forderungen an die цsterreichische Regierung zur Unterstьtzung der bilateralen Forschungszusammenarbeit in der EZA:
I. Verbesserung von Kohдrenz und Informationsfluss: Vernetzung von Wissenschaft, Wirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit (im Bereich policy)
Wissenschaft und Forschung wurden in Цsterreich bisher nur am Rande in Zusammenhang mit der EZA gesehen. Die Vernetzung der betroffenen Politikbereiche Wissenschaft, Wirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit ist dringend erforderlich. Damit wird eine effizientere Nutzung des vorhandenen Potenzials fьr Цsterreich und die Partnerlдnder erreicht. Ein vermehrter Informationsfluss zwischen den AkteurInnen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit erscheint im Lichte globaler Trends, die der Privatwirtschaft immer grцЯeren Raum als Akteur in der EZA einrдumen, von groЯer Bedeutung.
II. Mehr Geld fьr Forschungspartnerschaft: 0,7\% des цsterreichischen Projekt- und Programmforschungsbudgets fьr bilaterale Forschung fьr Entwicklung
Die KEF strebt eine Erhцhung der real vorhandenen Mittel fьr Projekt- und Programmforschung fьr Entwicklung (bilaterale Zusammenarbeit) von einem zu vernachlдssigenden Minimalprozentsatz auf zunдchst 0,7\% des цsterreichischen Projekt- und Programmforschungsbudgets an. Dies wьrde bei den laut Forschungs- und Technologiebericht 2005 vorhandenen Mitteln bei FWF (111,3 Mio ) und FFG (369 Mio ) fьr Projekte und Programme einen Betrag von 3,36 Mio ausmachen. Laut Auskunft der ADA belaufen sich die Ausgaben fьr ьber die Statistik erfasste Einzelprojekte bilateraler Zusammenarbeit inklusive der KEF im Bereich Forschung fьr Entwicklung auf 341.624 (2004).
III. Eigene Fцrderlinie Forschung fьr Entwicklung
Die finanzielle Unterstьtzung, die seitens der KEF gewдhrt werden kann, ist im Vergleich zur Projektfцrderung des FWF oder der EU bescheiden. Es wдre mehr als wьnschenswert, eine entsprechende Fцrderlinie fьr Forschung fьr Entwicklung einzurichten, damit eine professionelle und effiziente Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Partnerorganisationen in Entwicklungslдndern ьber einen zьndenden Funken hinaus langfristig ermцglicht wird.
Ich unterstьtze dieses Anliegen mit meiner Unterschrift und fordere die цsterreichische Regierung zu konkreten Handlungen zur Umsetzung dieser Forderungen auf.
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